Kategorie-Archiv: Preisoptimierung

Preisvergleichsportale

Gerade im Onlinehandel steigt die Preistransparenz durch Preisvergleichsportale. Die Anbieter sind hier dadurch in einem Dilemma. Einerseits hätten Sie einen höheren Preisspielraum, wenn die Transparenz geringer wäre und sind daher bestrebt den Einfluss der Preisvergleichsportale zu beschränken. Andererseits benötigen die Anbieter eine hohe Bekanntschaft, die sie durch die Teilnahme an den Preisvergleichsportalen steigen können.

Für Onlinehändler gibt es daher Dinge, die es im Umgang mit diesen Portalen zu beachten gilt, um erfolgreich zu sein.

Technik

Die Produktdaten müssen vom Anbieter zum Vergleichsportal gelangen. Dies kann über verschiedene Wege geschehen und hängt von der Art des Portals ab.

1.)    Das Portal crawlt den Preis und die Produktdaten von der Webseite automatisch: In diesem Falle können Änderungen am Layout zu falschen Zuordnungen führen.  Aber auch der Einsatz bestimmter Webtechnologien kann den Zugriff des Crawlers und das Auslesen der Informationen erschweren.

2.)    Das Portal greift über eine API auf die Produktdaten des Anbieters zu.

3.)    Der Anbieter stellt die Daten in Form einer XML, CSV oder TXT-Datei bereit.

 

Preissetzung

Da Preisvergleichsportale den Sinn haben, Preise vergleichbar zu machen, muss sich überlegt werden, ob man mit den eigenen Preisen überhaupt daran teilnimmt und wenn ja, wie und mit welchen Produkten. Diese Überlegungen fallen in den Bereich der Preisoptimierung.

Grundsätzlich gewinnt man Kunden bei diesen Portalen über den Preis. Denn wer auf solchen Portalen sucht, hat in der Regel ein bestimmtes Produkt im Auge und sucht dafür den günstigsten Preis. Diese beinhaltet zudem andere Preisbestandteile wie Versandkosten. Kosten für verschiedene Zahlungswege werden außerdem häufig mit angezeigt.

Kann man nicht bei allen Produkten des Sortiments einen niedrigen Preis verlangen, bzw. eine Niedrigpreisstrategie fahren, kann man die Reichweite der Portale jedoch bei bestimmten Produkten nutzen.

Beispiel:

Ein Elektronikhändler A bietet eine Waschmaschine für 450€ im Preisvergleichsportal an. Die Konkurrenten liegen mit ihren Preisen jedoch höher. An den 450€ verdient der Anbieter selbst jedoch nur wenig. Sein restliches Sortiment liegt allerdings preislich über dem der Konkurrenz.

Durch den geringen Preis für die Waschmaschine zieht er die Aufmerksamkeit potentieller Kunden auf sich, die er dann mit einer schnellen und zuverlässigen Lieferung überzeugen kann. Einige werden vielleicht Stammkunden, die andere Geräte gleich bei ihm kaufen, ohne vorher den Umweg über das Preisvergleichsportal genommen zu haben.

 

Jedoch können für die Portale die Preise extra gestaltet werden. Nutzer, die über ein Preisvergleichsportal auf den Shop kommen, erhalten die Ware zu dem niedrigen Preis, den sie auf der Vergleichsseite gesehen haben. Andere Nutzer, die über andere Kanäle auf die Seite gelangen, erhalten einen höheren Preis angezeigt.

Bei der hohen Transparenz kann es notwendig sein, dass die Preise täglich oder sogar mehrmals täglich an die Wettbewerbssituation angepasst werden müssen.

Konditionen

Neben dem Preis spielen ach Konditionen, wie zum Beispiel Lieferzeit und Zahlungsarten eine Rolle bei dem Verkauf. Auch hier ist es wichtig, nicht schlechter als die Wettbewerber zu sein.

Auch die Reputation des Shops selbst ist eine wichtige Größe. Hat ein Anbieter einen schlechten Ruf, wird er auch mit einem niedrigen Preis nur wenige Kunden gewinnen, da diese womöglich bereit sind, ein paar Euro mehr auszugeben, um dafür die Gewissheit zu haben, einen einwandreien Service zu bekommen.

Präsentation

Neben Preis und anderen Konditionen ist die Präsentation im Vergleichsportal ebenfalls entscheidend. Die Präsentation betrifft zum Einen einen aussagekräftigen Titel und eine genaue Produktbeschreibung. Diese sollte mit anderen Beschreibungen von Konkurrenten vergleichbar sein, um den Kunden nicht zu verwirren, und vor Allem die wichtigsten Merkmale deutlich machen. Auf Preisvergleichsseiten lassen sich gut Produkte vergleichen, die eine eindeutige Kennzeichnung bzw. Produktbezeichnung haben. Viele Portale haben Probleme, dass die Händler diese Informationen vernachlässigen.

Zur Beschreibung gehört auch ein Bild. Wer kein Bild bereitstellt, wirkt unseriös und für die Nachfrage wird das Produkt greifbarer, wenn sie es sehen können.

Agentenbasierte Simulation in der Preisoptimierung

Die Preisoptimierung ist ein wichtiger Schritt zur Erhöhung des Umsatzes. Gerade im dynamischen Umfeld und bei Anpassung der Preise in Echtzeit sind Algorithmen notwendig, die die optimalen Preise berechnen. Diese Algorithmen müssen jedoch vor dem ersten Einsatz getestet werden. Dafür sind agentenbasierte Simulationen (agent based simulation) hilfreich.

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Taktische Preisoptimierung

Die Taktische Preisoptimierung bildet die Schnittstelle zwischen der Preispolitik und der operativen Preisfindung. Im Lebensmitteleinzelhandel ist diese Art der Preisoptimierung besonders gut zu erkennen. Dabei wird nicht nur die aktuelle Nachfrage in die Überlegung einbezogen, sondern auch andere Faktoren wie die Konjunktur und die Prognose. Weiterlesen