Kategorie-Archiv: Dynamic Pricing/ Dynamisches Preismanagement

Repricing

Unter Repricing versteht man die automatische Anpassung der Preise. Meist wird dieser Begriff für Onlineshops oder Online-Marktplätze wie Amazon verwendet. Die dafür verwendeten Programme werden entweder Repricing Software oder Repricing Tools genannt.

Hintergrund

Der Preis ist gerade bei homogenen Produkten ein wichtiges Entscheidungskriterium für den Kauf oder auch dagegen. Auf Onlinemarktplätzen werden die Produkte häufig aufsteigend nach dem Preis geordnet. Wer ganz oben steht, wird daher zudem häufiger gesehen. Es ist daher für viele Händler wichtig, den Preis an der Konkurrenz anzupassen. Dies bedeutet häufig, den eigenen Preis niedriger als die Konkurrenz zu setzen oder gleich hoch.

Bei Amazon gibt es die sogenannte Buy-Box. Diese ist der Kasten auf der Produkthomepage, über die Kunden Waren in den Einkaufswagen legen können. Dazu muss man nur auf das entsprechende Symbol klicken. Wird ein Produkt von mehreren Händlern angeboten, kann nur ein Händler in die Buy-Box aufgenommen werden. Die Buy-Box entspricht also der Standardvorauswahl durch Amazon. Will man sich andere Angebote zu dem Produkt anschauen, muss man erst nach der Liste suchen.

Wenn man in die Standardauswahl aufgenommen wird, bedeutet dies häufig einen deutlichen Anstieg der Verkäufe. Die Kriterien legt Amazon jedoch nicht offen: http://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=200401830

Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass auch der Preis eine große Rolle spielt. Daher werben viele Repricing-Tools damit, die Chancen auf die Aufnahme in die Buy-Box zu vergrößern.

 

Einflussfaktoren für Repricing

Einflussfaktoren für Repricing

Funktionen von Repricing-Tools

Die Kernfunktion ist die automatische Anpassung der Preise für die ausgewählten Produkte. Darüber hinaus bieten die Softwaren häufig weitere Features, die Kunden von dem Einsatz überzeugen sollen.

Automatische Preisanpassung

Bei den meisten Repricing Softwaren kann eingestellt werden, nach welchen Kriterien die Preise automatisch angehoben oder gesenkt werden sollen. Zudem können Parameter angegeben werden, die von dem Programm eingehalten werden sollen. Diese können sein:

  • Mindestpreis
  • Maximalpreis
  • Zu berücksichtigende/ bzw. zu ignorierende Wettbewerber
  • Preisabstand zu Wettbewerbern
  • Für welche Produkte der Preis angepasst werden soll

Es gibt jedoch auch Anbieter, die die neuen Preise per Algorithmus berechnen und auf solche Regeln verzichten. Diese Algorithmen sind häufig selbstlernend, so dass sie sich auch an andere Bedingungen anpassen sollen.

Viele Tools werben damit, dass nur solche Konkurrenzen berücksichtigt werden, deren Produkte auch tatsächlich verfügbar sind.

Statistiken

Um die Verkäufe besser im Blick zu halten, bieten verschiedene Programme noch Übersichtsstatistiken an. Dazu gehören z.B. die Zahl der verkauften Produkte, Umsatz und Preisentwicklung.

Anbindung an die Warenwirtschaft

Die Preise, die auf der Webseite angezeigt werden, einfach zu ändern, reicht häufig nicht. Auch die nachfolgenden Prozesse müssen angepasst werden, so dass der Preis zum Beispiel auf der Rechnung erscheint und richtig gebucht wird.

Probleme von Repricing Tools

Preis ist nicht der einzige Verkaufsgrund

Für einen erfolgreichen Verkauf ist der Preis ein wichtiges Merkmal. Aber häufig nicht das einzige. Gute Bewertungen, schnelle Lieferzeiten, Produktfotos und eine gute Beschreibung tragen ebenfalls zum Verkauf bei. Auch die Werbung und Affiliateprogramme sind wichtige Mittel, um seine Produkte auf einem Marktplatz zu verkaufen.

Verhalten der Software nicht vorhersagbar

Durch die Software ist zu befürchten, dass es zu einer Unterbietungsschlacht kommt, bei der die Preise schnell sinken. Es ist daher wichtig, die Grenzen sinnvoll zu setzen.

Zudem haben gerade Lösungen, die als SaaS (Webservices) angeboten werden. Das Problem, dass sie sich intern „absprechen“ könnten und dann anders optimieren als man es eigentlich will.

Zeitaufwand bei der Einrichtung

Die Einrichtung der Regeln ist zeitaufwändig. Dies gilt besonders dann, wenn für viele Produkte unterschiedliche Regeln erstellt werden sollen.

Vorteile

Die Repricing-Tools machen es den Händlern leicht, die Preise anzupassen. Gerade bei einem großen Sortiment, ist dies eine deutliche Zeitersparnis, wenn sich die Preise häufig ändern.

Arten

Repricing as a Service

Hier muss man nichts installieren. Man bucht einfach einen Webservice und bekommt daraufhin Zugriff auf eine Website, auf der man alle Einstellungen vornehmen und die Statistiken abrufen kann. Dies ist wahrscheinlich die bequemste Lösung. Die Preisanpassung kann hier rund um die Uhr erfolgen und der Wartungsaufwand der Software ist gleich null. Allerding braucht man hier Vertrauen zu dem Anbieter, da man die Software nicht kennt, und die Zugriffsdaten für den Marktplatz aus der Hand gibt.

Lokale Installation

Auf dem eigenen Rechner hat man die meiste Kontrolle über die Software. Allerdings kann sie nur dann arbeiten, wenn sie mit dem Internet verbunden ist und wenn der Rechner eingeschaltet ist. Für Sortimente, bei denen Preisänderungen nicht binnen wenigen Minuten erfolgen sollen, ist dies eine sinnvolle Möglichkeit. Um Updates und die Installation muss man sich selbst kümmern.

Woher bekommen die Tools die notwendigen Daten?

Um die Preise an die jeweiligen Wettbewerber anzupassen, muss die Software natürlich wissen, wie viel die Konkurrenten verlangen. Dazu gibt es grundlegend zwei Möglichkeiten. Entweder dies wird über eine API, einer automatischen Programmschnittstelle, gemacht oder die Daten werden über die Webseite ausgelesen, indem das HTML geparst wird.

API

Die API-Methode ist tendenziell stabiler. Da sie von dem Shop bereitgestellt wird, ist davon auszugehen, dass dieser Interesse an der Nutzung hat. Änderungen an den Aufrufen und Abfragen werden in der Regel angekündigt. Damit kann eine durchgehende Abfrage sichergestellt werden.

HTML-Parsing

Die Parsing-Methode ist dort sinnvoll, wo keine API existiert oder diese nicht die gewünschten Informationen liefert. Problematisch ist hier, dass sich die Webseitenstruktur unverhofft ändern kann. Somit stehen dann auch keine Informationen mehr zur Verfügung, bis der Parser angepasst wurde. Allerdings können Webseiten das Auslesen durch verschieden Maßnahmen verhindern.

Wie kommen die neuen Preise online?

Dies hängt von dem Marktplatz ab, für den die Preise angepasst werden sollen.

Zugang über Kontodaten

Hier werden die neuen Preise über die normalen Anmeldetaten (Name und Passwort) eingepflegt. Dies ist allerdings gerade bei SaaS-Diensten problematisch, da man seine Zugangsdaten aus der Hand gibt und der Service dann volle Kontrolle über den Account bekommt. Daher sollte man darauf achten, dass der Anbieter solche Informationen nicht verlangt.

Zugang über API

Verschiedene Marktplätze, z.B. Amazon, bieten eine automatische Möglichkeit, Preis- und Produktdaten hochzuladen. Dafür sind die normalen Zugangsdaten nicht nötig. Dieses Vorgehen ist sicherer. Das zugreifende Programm (der Repricer) muss vorher bei dem Shop für das jeweilige Konto registriert werden.

Da nicht alle Shopsysteme solche Möglichkeiten bieten, beschränken sich die meisten Repricing Tools auf Amazon.

Kosten

Die meisten Services und Softwaren sind kostenpflichtig. Häufig findet man Tarife, die sich nach der Zahl der Produkte richtet, deren Preis angepasst werden soll.

Für welche Produkte sind Repricing Tools sinnvoll?

Der größte Vorteil von dynamischen Repricing ist, dass man nicht selbst die Recherche und dann evtl. die Anpassung durchführen muss. Damit spart man Zeit. Der Einsatz lohnt sich daher für Produkte, für die Konkurrenten vorhanden sind und bei denen der Preis regelmäßig schwankt. Bietet man Einzelstücke an oder sind die Preise konstant, lohnt sich der Einsatz nicht.

Welche Steigerung des Umsatzes oder des Deckungsbeitrages man erreichen kann, indem man automatische Werkzeuge einsetzt, ist jedoch nicht leicht zu beantworten. Ein niedrigerer Preis muss durch eine höhere verkaufte Menge ausgeglichen werden. Daher muss man die Preisuntergrenze sinnvoll festlegen.

Anbieter

Anbieter gibt es viele. Hier sind ein paar aufgelistet, die im Netz weit verbreitet sind.

  • Selermania
  • Repricing.de
  • Feedvisor

Dynamisches Pricing bei Microstockagentur

Wie viel muss ein Bild bei einer Microstockagentur kosten? Die Preise sind bei meisten Anbietern fest und hängen höchstens von der Größe des zu kaufenden Bildes ab. Bei cutcaster.com gehen jedoch noch mehr Informationen in den Preis ein. Damit soll ein möglichst hoher Ertrag erzielt werden und die Kunden sollen das Gefühl haben, einen fairen Preis zu bezahlen. Weiterlesen

Beispiel zum Preismanagement bei Fluggesellschaften

Fluggesellschaften betreiben seit Jahren intensive Preisoptimierung, um ihre Kapazitäten optimal auszulasten und den Umsatz zu steigern. Die Bandbreite der Preise wird zuvor im Rahmen der Preispolitik festgelegt. Die konkreten Preise werden dabei nach eingegangenen Reservierungen, verfügbaren Sitzen und anderen Kriterien angepasst. Dies kann dazu führen, dass sich die Preise im Zeitverlauf für einen Flug stark ändern. Aus diesem Grund wird Fluggästen geraten, sich nicht mit seinem Sitznachbarn über den bezahlten Preis des Fluges zu unterhalten. Einer wird danach immer unzufrieden sein. Ein kurzes Beispiel zeigt die Preisentwicklung einer großen Irischen Fluggesellschaft für ausgewählte Flüge.

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Beurteilung von name your own Price

Die Umsetzung der Name your own Price-Ansätze ist nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch in Hinblick auf die Wahrnehmung durch die Kunden gibt es einiges zu beachten. Ob es sich lohnt, dieses Instrument einzusetzen, soll durch diese kurze Beurteilung beleuchtet werden. Weiterlesen

Name you own Price

Das klassische Verständnis der Preissetzung sieht so aus, dass der Verkäufer den Preis gemäß seiner Peispolitik vorgibt und darauf wartet, dass ein Kunde zu dem gegebenen Preis kauft. Dies funktioniert gut in Supermärkten oder anderen eher anonymen Verkaufsplattformen. Können Käufer und Verkäufer jedoch miteinander kommunizieren, dann ist es auch möglich den Preis andersherum festzulegen. Nämlich so, dass der Käufer aufgefordert wird, den Preis zu nennen, den er bereit ist zu bezahlen. Weiterlesen

Markenanbieter und die Preissetzung

Im Onlinehandel ist häufig zu beobachten, dass Markenhersteller ihre Preispolitik nicht nur gegenüber dem Endkunden, sondern auch gegenüber den Händlern durchzusetzen versuchen. Dies geschieht, indem dem Onlinehändler eine Vorgabe bezüglich des Preises gemacht wird. Diese Vorgabe entspricht der Preispolitik des Herstellers und verbietet meist dem Händler, den Preis unter einen bestimmten Betrag zu senken. Weiterlesen

Durchführung der Preisanpassungen

Die Geschwindigkeit und Häufigkeit von Preisänderungen steigt besonders bei internetbasierten Geschäften. Dynamic Pricing ist dort häufig Teil der Preispolitik. Gerade für Händler mit einem großen Sortiment ist es aber nicht mehr möglich, jeden Preis einzeln der Preispolitik entsprechend zu berechnen und dynamisch anzupassen. Hier ist eine Automatisierung notwendig. Weiterlesen

Probleme beim dynamic Pricing/ dynamischen Preismanagement

In die Entscheidung über die Höhe des Preises gehen verschiedene Informationen ein. Zudem wird dynamic Pricing auch von den Kunden wahrgenommen. Dies kann zu verschiedenen Problemen bei der Preissetzung führen und sogar die gesamte Preispolitik und Preisstrategie eines Händlers wirkungslos machen. Weiterlesen

Wie können Händler Informationen über die Zahlungsbereitschaft eines Kunden erhalten?

Um die Preise an der Nachfrage anzupassen bzw. sogar individuell festzulegen, müssen Händler an Informationen gelangen, die bei der Preisfindung und Preissetzung helfen. Als Informationsquelle können die Kunden dienen. Um von diesen pricingrelevante Informationen zu erlangen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Weiterlesen

Dynamic Pricing / dynamisches Preismanagement

Der Begriff dynamic Pricing (auch dynamisches Preismanagement) bezeichnet die Anpassung von Preisen in Echtzeit, an die Nachfrage und Angebotssituation. Die Preise werden also nicht einmalig gesetzt, sondern immer dann angepasst, wenn es für den Umsatz des Anbieters vorteilhaft ist. Weiterlesen