Kostendegressionseffekt

Der Kostendegressionseffekt sagt aus, dass die Kosten pro hergestelltem Stück sinken, je mehr davon produziert wird. Dies kann auf zwei Arten erfolgen.

  • Die Fixkosten verteilen sich auf mehr Stück des Produktes und damit sinken die Stückkosten. Dies ist dann spürbar, wenn der Fixkostenanteil groß genug ist. Zudem muss beachtet werden, dass manche Kosten sprungfix sind. Das heißt, sie steigen stufenweise an, wenn die Produktionsmenge über eine bestimmte Menge steigt. Diese Art des Kostendegressionseffekts entspricht dem Mengendegressionseffekt. Er wird auch Fixkostendegression oder Stückkostendegression genannt.
  • Durch Lernkurveneffekte sinken die Kosten für die Produktion. Dies passiert durch eine höhere Effizienz. Mitarbeiter lernen bei jeder produzierten Einheit und aus Fehlern. Damit sinken Wartungskosten und Ausschussraten. Es sinkt teilweise auch die Zeit für die Herstellung eines Produktes, da die Handgriffe nun besser sitzen. Dies ist aber nicht allgemeingültig und kann nur dann zum Tragen kommen, wenn der Anteil menschlicher Arbeit an der Gesamtwertschöpfung hoch ist.

Der Kostendegressionseffekt spielt daher bei der Planung der Preie ein Rolle. So kann es sein, dass bei einer größeren hergestellten Menge die Preise zwar sinken, aber gleichzeitig auch die Stückkosten, sodass der Deckungsbeitrag gleich bleibt oder sogar steigt.

Die Abbildung zeigt den Verlauf der Stückkosten in Abhängigkeit der produzierten Menge.

Kostendegressionseffekt

Kostendegressionseffekt

 

 

Beispiel der Fixkostendegression

Fixkosten: 10.000GE

Variable Kosten: 5GE/ Stk.

Schritt 1

Es wird zunächst eine Menge von 5.000 Stück produziert. Die gesamten Kosten betragen dann:

10.000GE + 5GE/ Stk * 5.000Stk = 35.000GE

Die gesamten Stückkosten liegen bei:

35.000GE/5.000 = 7GE

Schritt 2

Jetzt wird die produzierte Menge auf 8.000 Stück erhöht. Die gesamten Kosten liegen dann bei:

10.000GE + 5GE/ Stk. * 8.000 = 50.000GE

Die gesamten Stückkosten betragen:

50.000GE / 8.000Stk = 6,25GE/ Stk.

Schritt 3

Im nächsten Schritt wird die produzierte Menge auf 11.000 Stück angehoben. Die gesamten Kosten liegen nun bei:

10.000GE + 5GE/ Stk. * 11.000 = 65.000GE

Die gesamten Stückkosten betragen rund:

65.000GE / 11.000Stk = 5,91GE/ Stk.

Bei der ersten Erhöhung der produzierten Menge um 3.000 Stück sanken die gesamten Stückkosten um 0,75GE. Bei der zweiten Erhöhung um weitere 3.000 Stück lag der Rückgang der gesamten Stückkosten bei nur noch 0,34GE.

Damit nähern sich die Stückkosten den variablen Kosten an. Dies liegt daran, dass der feste Betrag der Fixkosten auf eine immer größere Zahl an Produkten verteilt wird. Die Fixkostendegression nimmt also mit steigender Menge ab. Der Kostendegressionseffekt wird schwächer.

2 Gedanken zu „Kostendegressionseffekt

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