Marktformen

Definition Marktformen

Marktformen geben an, wie der Markt aufgebaut ist. Üblich ist es, die Märkte nach der Zahl der Anbieter und Nachfrager zu klassifizieren. Die Marktform hat Einfluss auf das Verhalten und die Preispolitik der Anbieter.

Erklärung der Marktformen

Der Markt ist der „Ort“, an dem sich Anbieter und Nachfrager gegenüberstehen. Ziel ist es, Waren und Dienstleistungen auszutauschen. Dies kann an jedem Ort und zu jeder Zeit passieren. Die Marktformen beeinflussen das sogenannte Marktverhalten. Dieses umfasst in der Regel die Preispolitik und die Mengenpolitik der Anbieter.

In dem Video bekommst du einen guten Überblick über die Marktformen. Alle Inhalte sind ausführlich auch in dem folgenden Beitrag beschrieben.

Klassifikation der Marktform nach Zahl der Anbieter

Monopol, Oligopol und Polyopol werden nach der Zahl der Anbiter klassifiziert.

Die Marktformen Monopol, Oligopol, Polypol

Die Marktformen Monopol, Oligopol, Polypol

Klassifkation der Marktform nach Zahl der Nachfrager

Die Marktformen Monopson, Oligopson, Polypson

Die Marktformen Monopson, Oligopson, Polypson

Marktformenschema und Übersicht über Marktformen

In dem Markformenschema nach Stackelberg werden die einzelnen Markformen in Abhängigkeit der Zahl der Anbieter und der Nachfrager gleichzeitig klassifiziert. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Marktformen in Tabellenform.

Anbieter

Einer

WenigeViele
NachfragerEinerBilaterales MonopolEingeschränktes Monopson (eingeschränktes Nachfragemonopol)Monopson / Nachfragemonopol
WenigeEingeschränktes MonopolBilaterales OligopolOligopson (Nachfrageoligopol)
VieleMonopolOligopolPolypol

Beispiele für Marktformen

Im Folgenden werden Beispiele für Marktformen genannt und kurz erklärt.

Monopol

  • Messeanbieter: Messeanbieter sind in einer Stadt häufig Monopolisten. Jedoch kann es zu Konkurrenz zwischen verschiedenen Städten kommen.
  • Fernbuslinien: In Deutschland gibt es praktisch nur eine große Fernbuslinie. Sieht man den Markt eng, kann man hier von einem Monopol ausgehen. Fasst man den Markt jedoch weiter können Bahn, Flugzeug und Auto als Wettbewerber mit aufgefasst werden.
  • Kommunale Müllabfuhr
  • Zulieferbetriebe für die Automobilindustrie: Hochspezialisierte Zulieferbetriebe haben häufig keine Konkurrenz. Jedoch ist es nicht selten so, dass diese nur einen Kunden haben. Dadurch verringert sich die Marktmacht dieser Anbieter.
  • Eisenbahngesellschaften: Auf manchen Strecken gibt es nur einen Anbieter. Jedoch können Buslinien und Autos als Konkurrenten aufgefasst werden.

Zweiseitiges Monopol

  • Rüstungsgüter

Monopson/ Nachfragemonopol

  • Staat als Bauherr für Straßen, Schulen usw.

Oligopol

  • Tankstellen können als Oligopol angesehen werden. Es gibt nur wenige Anbieter und diese können ihre Preise gut untereinander abstimmen.
  • Bäcker und Fleischer
  • Fluggesellschaften
  • Bahngesellschaften
  • Automobilhersteller
  • Werften
  • Browser
  • Suchmaschinen

Oligopson/Nachfrageoligopol

  • Antiquitäten

Zweiseitiges Oligopol

  • Hersteller von Kränen, Autoreifen stehen häufig nur wenigen Abnehmern gegenüber

Polypol

  • Wochenmarkt mit Gemüseverkäufern. Häufig gibt es viele Anbieter, die ähnliche Produkte anbieten.
  • Jedoch kann es sein, dass Käufer Präferenzen haben, sodass einzelne Anbieter eine höhere Marktmacht haben.
  • Unterkünfte

Marktformen Arbeitsblatt

Unter diesem Link finden Sie eine Übersicht und ein Arbeitsblatt als pdf mit den Marktformen.

Auswirkungen und Bedeutung der Marktformen

Die Marktformen sollen eine Einschätzung über das Marktverhalten und die Marktmacht der einzelnen Teilnehmer ermöglichen und somit über die zu erwartenden Ergebnisse (Preise).

Im Monopol und im Polypol sind die Ergebnisse gut ableitbar. Im Oligopol hängt es davon ab, wie sich die Teilnehmer abstimmen.

Schwierig ist es jedoch, einen Markt genau abzugrenzen. Dies gelingt nur hinsichtlich der Nachfrage, aber es können auch unerkannte und technisch andersartige Produkte als Substitute dienen.

Neben der Marktform müssen noch weitere Eigenschaften erfüllt sein, damit ein bestimmtes Verhalten auf einem Markt zustande kommt.

Oligopol

Das Oligopol ist eine Marktform, in der es mehrere Anbieter und viele Nachfrager gibt.

Die Oligopoltheorie ist in der Wettbewerbswirtschaft eine der spannendsten Disziplinen, da das Verhalten der Akteure sehr komplex sein kann. Hier treffen Erkenntnisse aus der Spieltheorie und Experimentellen Wirtschaftsforschung zusammen.

Im einfachsten Fall werden nur zwei Anbieter betrachtet (Duopol). Diese entscheiden entweder über die Menge (Mengenwettbewerb) oder den Preis (Preiswettbewerb). Da ein vollkommener Markt vorliegt, sind die Ergebnisse für den Preiswettbewerb eher unspannend (siehe Bertrandwettbewerb). Es wird entweder eine Preispolitik verfolgt die in Preis = Grenzkosten resultiert oder es wird der Monopolpreis gesetzt, da die Akteure die Marktlogik verstanden haben.

Weil die Ergebnisse nicht besonders spannend sind, wurde in der Vergangenheit dem Mengenwettbewerb größere Aufmerksamkeit zuteil. Als Stichworte seien hier nur Stackelberg-Duopol (Mengen werden nacheinander festgelegt) und Cournotoligopol (Mengen gleichzeitig festgelegt) genannt. Die Lösungen dieser Überlegungen bringen alles unterschiedliche Absatzmengen für die einzelnen Anbieter. Der Preis ist jedoch für jeden identisch. Somit müssen sich die Anbieter über die Preispolitik und Preissetzung keine Gedanken machen. Unklar ist aber, wer den Preis setzt und wie er zustande kommt.

Weicht man von der Annahme des vollkommenen Marktes ab, wird der Preiswettbewerb interessanter. Die Anbieter stehen nicht mehr so stark in Konkurrenz zueinander und haben daher etwas Spielraum bei der Preisgestaltung. Dies ist in der Praxis auch nachvollziehbar. Üblicherweise läuft es so, dass der Anbieter den Preis festlegt und die Menge an die resultierende Nachfrage anpasst. Natürlich gehen in die Preisüberlegung im Rahmen der Preispolitik auch Annahmen über die Menge ein. Und auch hier muss eine Wettbewerbsanalyse durchgeführt werden, um im Vergleich zu den Konkurrenten den richtigen Preis zu treffen.

Monopol

Das Monopol ist eine Marktform, bei der es nur einen Anbieter, aber viele Nachfrager gibt. Der Monopolist versucht durch seine Preissetzung den höchsten Gewinn zu erzielen. Die Berechnung des Gewinnes wurde bereits von Cournot beschrieben. (Siehe Cournot Monopol bzw. Cournot Punk)

Polypol

Im Polypol gibt es viele Anbieter und viele Nachfrager. Der Markt wird gleichzeitig als vollkommen angesehen, sodass der Preis stets gleich den Grenzkosten ist. Die einzelnen Anbieter haben keine Marktmacht.

Monopson

Das Monopson zeichnet eine Marktform aus, in der es nur einen Nachfrager gib, aber mehrere Anbitert. Der Nachfrager hat hier eine große Marktmacht.

Weitere Informationen zur Marktform Monopson, findest du hier.

Oligopson

In der Marktform des Oligopson stehen nur wenige Nachfrager vielen Anbietern gegenüber. Es ist also spiegelbildlich zum Oligopol. Mehr Informationen zum Oligopson gibt es auf der entsprechenden Unterseite.

Bilaterales Monopol

Bei dieser speziellen Marktform stehen sich nur ein Anbieter und ein Nachfrager gegenüber. Ein Beispiel kann die Rüstungsindustrie eines Landes sein. Einziger Nachfrager ist der Staat und es gibt aber nur ein einziges Unternehmen, welches das Rüstungsgut herstellt und verkauft.

8 Gedanken zu „Marktformen

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