Name you own Price

Das klassische Verständnis der Preissetzung sieht so aus, dass der Verkäufer den Preis gemäß seiner Peispolitik vorgibt und darauf wartet, dass ein Kunde zu dem gegebenen Preis kauft. Dies funktioniert gut in Supermärkten oder anderen eher anonymen Verkaufsplattformen. Können Käufer und Verkäufer jedoch miteinander kommunizieren, dann ist es auch möglich den Preis andersherum festzulegen. Nämlich so, dass der Käufer aufgefordert wird, den Preis zu nennen, den er bereit ist zu bezahlen.

Dieses, auf Englisch Name your own Price genannte, Vorgehen wird beim im B2B-Geschäft und in Verhandlungen schon lange angewandt. Im Einzelhandel ist jedoch nicht sonderlich verbreitet, da die Kommunikation mit dem Kunden zeitaufwändig ist. Stellen Sie sich vor, im Supermarkt fragt das Kassenpersonal jeden Kunden, wie viel er denn für den Einkauf bezahlen möchte.

Im Onlinehandel wird dies jedoch durch Automatisierung möglich. Hier kann ein Algorithmus die Rolle des Verkäufers übernehmen und mit dem Kunden über den Preis verhandeln. Der Verkaufsagent ist so eingestellt, dass er gemäß der Preispolitik die Anfragen annimmt oder ablehnt.

Der Unterschied zu einer Auktion ist, dass jeder Käufer zum Zug kommen kann und das Produkt erwerben kann. Bei einer Auktion hingegen trägt nur einer, der Höchstbietende, den Sieg und das Produkt davon.

Es gibt davon verschiedene Ausprägungen von Name your own Price.Modellen

1.)    Jeder genannte Preis wird akzeptiert

2.)    Es gibt eine Preisuntergrenze, unter der der Handel nicht stattfindet.

  1. Dem Kunde ist bekannt, dass eine Preisuntergrenze existiert

i.      Die Höhe der Preisuntergrenze ist dem Kunden bekannt

ii.      Die Höhe der Preisuntergrenze ist dem Kunden nicht bekannt

  1. Dem Kunde ist nicht bekannt, dass eine Preisuntergrenze existiert
  2. Die Grenze ist starr
  3. Die Grenze ist anpassbar

i.      Die Grenze wird per Zufall gewählt (Siehe Lotterie)

ii.      Die Grenze wird durch preispolitische Überlegungen gewählt

3.)    Es gibt Preisstufen, aus denen der Kunde wählen kann. (Beispiel taz, Parteimitgliedschaften)

4.)    Der Kunde kann nachverhandeln/ erneut seinen Preis anpassen

5.)    Der Kunde kann nur einen Preis nennen.

 

Name Your Own Price Möglichkeiten

Name Your Own Price Möglichkeiten

 

Es kann auch Mischformen geben. Zum Beispiel kann dem Kunden bekannt sein, dass eine Preisuntergrenze besteht. Aber er kennt die Höhe nicht, da sie zu dem Zeitpunkt der Preisnennung noch nicht feststeht. Die genaue Gestaltung wird durch die Preispolitik bestimmt und in der Taktik bzw. im operativen Geschäft umgesetzt.

Natürlich können Name your own Price-Ansätze nicht nur Verkaufs und Preisfindungstaktik sein, sondern ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Anbietern. Dann ist die Frage nach dem Preis eher Teil des verkauften Produktes.

Im Onlinehandel ist jedoch auch hier eine gute Wettbewerbsbeobachtung und Marktanalyse notwendig. Zum einen erkennt man, wie hoch die Preise der Konkurrenten liegen und weiß auch welche anderen Anbieter ähnliche Verfahren einsetzten. Der Preis der Konkurrenten, kann wichtig sein, um die Informiertheit der Kunden zu erkennen.

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