Preiskampf und Markteintrittsspiel

Ein Preiskampf drückt das Verhalten von Anbietern aus, bei dem sie durch möglichst niedrige Preise den Konkurrenten aus dem Markt drängen. Mit dem in der Spieltheorie bekannten Markteintrittsspiel kann erkannt werden, ob es zu einem Preiskampf kommt oder nicht.

Ob ein solches Verhalten sinnvoll ist oder nicht, ist abhängig von den Faktoren. Für eine Entscheidung, ob der Markteintritt eines Konkurrenten durch sogenannte Kampfpreise verhindert werden soll, ist der erwartete Gewinn zu berücksichtigen.

Ein Beispiel, bei dem der Preiskampf bei der Verteidigung des Marktes erfolgreich war ist hier zu finden. Dabei hat eine Zeitung aus Großbritannien durch geringe Preise für Anzeigen erfolgreich verhindert, dass sich eine weitere Lokalzeitung in dem Verbreitungsgebiet etablieren konnte.

Dieser wird durch verschiedene Faktoren bestimmt:

  • Höhe des Preises (und damit des Deckungsbeitrages) während der Verdrängungsphase.
  • Dauer der Verdrängungsphase. Es kann durchaus sein, dass der neue Konkurrent gar nicht aufgibt oder länger durchhält als erwartet.
  • Preis (bzw. Deckungsbeiträge) der nach Ende des Preiskampfes erzielt werden kann.
  • Zu berücksichtigen ist auch, ob evtl. nach dem ersten Herausforderer evtl. weitere Herausforderer auftreten. Diese könnten zum einen abgeschreckt sein, von der Bereitschaft des etablierten Anbieters, den Markt zu verteidigen. Andererseits ist dieser Anbieter durch die vorhergehenden Auseinandersetzungen vielleicht geschwächt und man hat bessere Chancen, ihn nun zu einer Kooperation oder zumindest zu kooperativem Verhalten zu bewegen.

Markteintrittsspiel

Eine spieltheoretische Betrachtung ist im sogenannten Markteintrittsspiel dargestellt. Dabei gibt es zwei Anbieter, einen Monopolisten M und einen Angreifer A. Der Angreifer hat einen Gewinn von 0, wenn er nicht in den Markt eintritt, der Monopolist erwirtschaftet einen Gewinn von 200 GE. Tritt A in den Markt ein und M senkt seine Preise, um den Eintritt zu verhindern, erleiden beide Unternehmen jeweils einen Verlust von 10GE. Sollte M jedoch den Eintritt akzeptieren winkt jedem ein Gewinn in Höhe von 100 GE, da sich beide den Markt teilen und den Monopolpreis setzen.

Welches Verhalten gewählt wird, lässt sich mit Hilfe eines Entscheidungsbaumens herausfinden. Jeder Knoten stellt eine Entscheidung dar. Durch rückwärts durchgehen (Rückwärtsinduktion) lassen sich die Auszahlungen für jeden Knoten bis hin zum Anfang zurückverfolgen. Da die Entscheidungen den Auszahlungen folgen, kann man die Entscheidung im ersten Knoten vorhersagen. Dieses Vorgehen berücksichtigt, das die einzelnen Entscheidungen der Marktteilnehmer „teilspielperfekt“ sein müssen.

Das Markteintrittsspiel wird in der Literatur jedoch häufig mit unplausiblen Auszahlungsmatrizen „gespielt“, um das unglaubwürdige Nash-Gleichgewicht bei Markteintritt und Preiskampf deutlich zu machen.

Die Abbildung zeigt die Auszahlungen im Spielbaum. Der Angreifer schaut sich den letzten Zug an und erkennt, welche Entscheidung der Monopolist treffen wird. Der Monopolist muss sich im Falle eines Eintritts zwischen einer Auszahlung von 200 (bei Kooperation) und -10 (bei Kampf) entscheiden. Er wird sich daher für die höhere Auszahlung, also für Kooperation entscheiden. Am Knoten A steht damit die Auszahlung 100 für den Angreifer. Er muss sich nun zwischen einer Auszahlung von 0 (kein Eintritt) und 100 (Eintritt) entscheiden. Er wird den Markteintritt wählen.

Markteintrittsspiel Auszahlung in extensiver Form

Markteintrittsspiel mit Auszahlung in extensiver Form

Wichtig bei dem Markteintrittsspiel ist, dass ein sogenanntes „One Shot Game“ ist, das heißt, ist eine Entscheidung erst einmal getroffen, kann diese nicht wieder rückgängig gemacht werden. Der Monopolist hätte also für immer -10 GE Verlust zu ertragen, wenn er sich gegen den Markteintritt wehrt.

2 Gedanken zu „Preiskampf und Markteintrittsspiel

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