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Fixkostendegression – Stückkostendegression

Die Fixkostendegression (auch Stückkostendegression genannt) ist eine Art des Kostendegressionseffekts.

Definition Fixkostendegression

Die Fixkostendegression gibt an, dass die Stückkosten eines Produktes sinken, je mehr man davon produziert, da sich die fixen Kosten auf eine größere Menge verteilen.

Die Stückkosten bewegen sich bei zunehmender Menge und gleichbleibenden Fixkosten in Richtung variable Stückkosten. Die variablen Stückkosten werden aber nie erreicht. Dies wird an der folgenden Abbildung deutlich.

Menge

1

2

5

10

20

50

100

500

1000

2000

5000

10000

gesamte Stückkosten

1050

550

250

150

100

70

60

52

51

50,5

50,2

50,1

Die Stückkosten nähern sich den variablen Kosten an bei der Stückkostendegression

Verlauf der Stückkostendegression

Die Fixkostendegression darf nicht mit den Effekten verwechselt werden, die durch eine Senkung der Fixkosten auftreten. Dadurch ändern sich zwar ebenfalls die gesamten Stückkosten, aber dies geschieht aufgrund der Veränderung der Fixkosten. Allerdings kann durch eine Kostensenkung die Absatzmenge erhöht werden, was wiederum eine Fixkostendegression zur Folge hat.

Grenzen

Die Grenzen der Stückkostendegression liegen wie in der obigen Abbildung bei den variablen Stückkosten. Zudem kann eine höhere Produktionsmenge auch einen höheren Verschleiß bedeuten, was zu höheren variablen Kosten führt. Zudem ist die Kapazität bei konstanten Fixkosten nur begrenzt ausdehnbar. Irgendwann müssen beispielsweise weitere Maschinen angeschafft werden, um die geforderte Menge zu produzieren. Dies könnte zu einem stufenweisen Anstieg der Fixkosten führen.

Verwandte Themen

Berechnung

Im Grunde gibt es drei Formeln zur Berechnung der Stückkosten und damit der Fixkostendegression. Diese lassen sich durch Umstellen ineinander überführen.

Formel 1

(Fixkosten + Menge * variable Stückkosten) / Menge = gesamte Stückkosten

Gegeben sind:

Menge: 10 Stück

variable Kosten: 4 GE/Stück

Fixkosten: 120 GE

Gesucht sind die gesamten Stückkosten

(120 GE + 10 Stück * 4 GE/Stück)/10 Stück = 16 GE/Stück

Formel 2

Fixkosten/ Menge + variable Stückkosten = gesamte Stückkosten

Gegeben sind:

Menge: 10 Stück

variable Kosten: 4 GE/Stück

Fixkosten: 120 GE

Gesucht sind die gesamten Stückkosten

120 GE/10 Stück + 4 GE/Stück = 16 GE/Stück

Formel 3

Die zwei oben genannten Formeln lassen sich zu einer einfachen Gleichung zusammenfassen.

Gesamtkosten/Menge = Stückkosten

Beispiele zur Fixkostendegression

Restaurant

Die Zutaten für die Speisen sind in der Regel nicht teuer. Aber es müssen Miete, Energie, Ausstattung und Mitarbeiter bezahlt werden. Diese Fixkosten können nur gedeckt werden, wenn genug Gerichte verkauft werden.

Industrieanlagen

Die Investitionen in Industrieanlagen sind in der Regel hoch. Daher müssen die Kosten über die verkaufte Menge wieder eingenommen werden.

Digitale Güter

Die Verbreitung von digitalen Gütern ist in der Regel ohne Kosten, da man sie einfach kopieren/ streamen kann. Die Erstellung, Vermarktung und Breitstellung kann jedoch hohe Kosten verursachen.

Rechner

Mit diesem Rechner können Sie die gesamten Stückkosten berechnen. Geben Sie dazu Menge, variable Stückkosten und Fixkosten an.


Übungen und Rechnung zur Fixkostendegression

Rechenübung 1

Ein Unternehmen hat Fixkosten in Höhe von 100 GE und variable Stückkosten in Höhe von 2 GE/ME.

Wie groß sind die gesamten Stückkosten bei einer Menge von

a) 10 ME

b) 20 ME

c) 50 ME

Antwort

Rechnung: 100 GE + 10 ME * 2 GE/ME)/Menge

a) (100 + 10 * 2)/10 = 12,5 GE

b) (100 + 20 * 2)/20 = 7 GE

c) (100 + 50 * 2)/50 = 5 GE

Es ist zu sehen, dass die Stückkosten bei steigernder Menge sinken. Der Grund ist, dass die gleichbleibenden Fixkosten auf mehr Produktionseinheiten verteilt werden. Dies ist die Fixkostendegression.

Rechenübung 2

Ergänzen Sie die Tabelle.

Variable Stückkosten (kvar)Fixkosten (Kfix)Gesamte Stückkosten (Kges)Menge (x)
A5018000100
B15005040
C30604000
D2080025

Lösungen

A: Gesamte Stückkosten 230 GE

B: 12,5 GE Formel nach kvar umstellen, Werte einsetzen: 50-500/40 = 12,5

C: 120.000 GE Formel nach kfix umstellen, Werte einsetzen: (60-30)*4000 = 120.000

D: 160 Stück Formel nach x umstellen, Werte einsetzen: 800/(25-20) = 160 Stück

Bedeutung der Fixkostendegression

Die Fixkostendegression hat bei Unternehmen eine große Bedeutung. Durch sie können Unternehmen einen Kostenvorteil erlangen, wenn sie es schaffen, eine hohe Menge zu produzieren und abzusetzen.

Die Stückkostendegression kommt besonders dort zum tragen, wo hohe Fixkosten anfallen. Dies sind beispielsweise Netze (Stromnetz, Schienennetz) und Industrieanlagen (z. B. In der chemischen Industrie).

  • Unternehmen können durch die niedrigeren Preise weitere Marktanteile gewinnen und damit ihren Kostenvorsprung ausbauen. Sind die Fixkosten sehr hoch und die Stückkostendegression stark genug ausgebildet, kann dies zur Bildung von natürlichen Monopolen führen.
  • Sollten die Preise gleich bleiben (z. B. Aufgrund von Absprachen, Lieferverträgen, gesetzlichen Regelungen) erhöht sich der Gewinn.

Einflussfaktoren

Die Fixkostendegression ist um so stärker, je geringer die Menge ist, auf die die Fixkosten verteilt werden. (Dazu siehe Abbildung oben). Hier können bereits geringe Mengensteigerungen zu deutlichen Kostenvorteilen führen.

Ein weiterer Faktor, um die Fixkostendegression ausnutzen zu können, ist die Homogenität bzw. Gleichartigkeit der Produkte. So gelingt es den Konkurrenten nicht, sich durch Qualität oder Beschaffenheit abzugrenzen und trotz höherer Preise Nachfrage auf sich zu ziehen.

Bei der Steigerung der Absatzmenge muss beachtet werden, ob auch ausreichend Kapazität verfügbar ist.

Literatur zur Stückkostendegression – Fixkostendegression

Produktion digitaler Güter: https://www.tu-ilmenau.de/fileadmin/public/iwm/Stelzer_ProduktiondigitalerGueter_2004.pdf

Bei Fluggesellschaften spielt sie auch eine Rolle: https://www.econstor.eu/handle/10419/57174