Vickrey Auction / Second price Sealed bid / Zweitpreisauktion

Definition: Die Vickrey Auction oder auch Second Price sealed Bid (Zweitpreisauktion) genannt. Ist ein Versteigerungsverfahren, bei dem das Gebot verdeckt abgegeben wird. Der Zuschlag geht an den Höchstbietenden, der jedoch nur den Preis des Zweithöchstbietenden zahlen muss.

Die Strategie bei der Vickrey Auction / Second Price Sealed Bid

Die Strategie bei der Vickrey Auction lautet „Nenn das Limit“. Die Bieter haben hier einen Anreiz, ihre wahre Zahlungsbereitschaft offenzulegen. Dies gelingt nämlich dadurch, dass sie mit dem höchsten Gebot gewinnen, aber nur das zweithöchste bezahlen müssen. Somit streichen die Differenz zwischen eigener Zahlungsbereitschaft und zweithöchstem Gebot als Konsumentenrente ein.

Vickrey Auction

Die Abbildung zeigt die Konsumentenrente als Differenz zwischen Höchstgebot und zweithöchstem Gebot.

Konsumentrenrente in der Vickrey Auction (Zweitpreisauktion)

Konsumentrenrente in der Vickrey Auction (Zweitpreisauktion)

Beurteilung der Vickrey Auction

Ein Vorteil der Vickrey Auction ist, dass das Gebot verdeckt abgegeben wird. Damit passiert es seltener, dass man in einen Bieterrausch verfällt und sein eigenes Limit (Zahlungsbereitschaft) in der „Hitze des Gefechts“ überschreitet.

Der Mechanismus, wonach der Preis die Höhe des zweithöchsten Gebotes beträgt, mindert auch das Problem des „Winners Curse“ oder des Fluch des Gewinners.

Dies simuliert im Prinzip eine iterative Auktion (englische Auktion), da hier ebenfalls der Höchstbietende gewinnt, sobald der letzte Konkurrent überboten wurde. Die wahre Zahlungsbereitschaft kann mit der englischen Auktion jedoch nicht ermittelt werden.

Problematisch ist jedoch, dass dieses Verfahren anfällig für Kollusion ist. Wenn die Bieter miteinander kooperieren, können sie die Gebote niedriger (im Falle eines Verkaufs) oder höher (im Falle eines Kaufes) gestalten.

Anwendung und Erweiterungen

Die Vickrey Auction kann nicht nur in Verkaufsverfahren, sondern auch in Einkaufsverfahren genutzt werden. Dort macht zum Beispiel eine Gemeinde/ Landesregierung usw. eine öffentliche Ausschreibung zur Sanierung eines Gebäudes. Die Bieter geben verdeckt Preisgebote ab, zu denen sie das Gebäude sanieren wollen.

Es gewinnt derjenige die Ausschreibung, der den niedrigsten Preis geboten hat, also am billigsten war. Allerdings erhält er nicht den Preis als Entlohnung, sondern den zweitniedrigsten. Damit macht er mit dem Auftrag noch einen Gewinn. Das wäre in diesem Falle das Äquivalent zur Konsumentenrente im Verkaufsverfahren.

Bei Zweitpreisauktionen kann auch ein Mindestpreis (Reservationspreis) festgelegt werden. Wird dieser nicht erreicht, wird das Gut nicht veräußert. Auch hier gilt für die Bieter die Strategie, das wahre Limit zu nennen. Bieter, die unterhalb des Reservationspreises liegen, brauchen kein Gebot abzugeben, da sie nicht mit dem Zuschlag rechnen können.

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